


Ein wesentliches Element im Aufbau des Biotopverbundes ist die Entwicklung der regionalen Naturschutzmarke „Juradistl“. Der Grundgedanke dabei ist ein nutzungsorientierter Ansatz in der Naturschutzarbeit. Da der Biotopverbund – mit der dazugehörigen reichen Artenausstattung – in hohem Maße von extensiven Bewirtschaftungsformen abhängen, sollten die dabei erzeugten Produkte mit Aufpreis und besonderem Image am Markt positioniert werden. Gestartet wurde im Jahr 2004 mit der Vermarktung von Lammfleisch unter dem Namen Juradistl-Lamm. Dabei gibt es gute Gründe, warum Produkte aus der Region, die sehr naturverträglich erzeugt werden, an der Ladentheke etwas teurer sein müssen. Grundsätzlich gilt dies für alle Produktbereiche aber anhand unseres Lammfleisches wollen wir das kurz erläutern:

- Das Lammfleisch wird unter einem höheren Aufwand an Produktionskosten erzeugt. Durch die naturschutzfachlichen Anforderungen fällt der Ertrag auf den Flächen deutlich geringer aus. Die Trockenrasen sind sehr nährstoffarm und auf Düngung und Pflanzenschutz wird verzichtet.
- Aufgrund der kleinteiligen Landschaft und der viel kleineren Betriebsgrößen sind die Produktionssysteme im Oberpfälzer Jura deutlich aufwändiger als beispielsweise in Neuseeland. Weil der Transport quasi nichts kostet, ist Neuseelandlamm billiger als heimisches Lamm.
- Da das Lammfleisch extensiv und artgerecht auf der Weide erzeugt wird, der Schäfer die Herde immer begleitet und das Wachstum und die Gesundheit der Lämmer genau beobachtet, ist das Produkt von besonderer Qualität. Es ist nicht teuer sondern preiswert!

Juradistl-Lamm ist mittlerweile zu einem „Botschafter“ für den Naturschutz und den Wert traditioneller bayerischer Produktionsweisen in der Hüte- und Wanderschäferei und zu einer geschätzten kulinarischen Spezialität der Oberpfalz geworden. Allein im Rahmen der nepo•muk-Phase des Projektes (2002 – 2009) erschienen über 500 Pressartikel zum Thema und in über 230 Veranstaltungen im Baustein „Umweltbildung“ konnte vor allem auch junges Publikum an die Thematik herangeführt werden (z.B. „Wenn Lämmer in die Schule gehen“ oder „Dem Schäfer auf der Spur“). Bisher wurden über 6.500 Lämmer über derzeit 59 Marktpartner (36 Gastronomen, 23 Metzgereien), 7 Schlacht- und Zerlegebetrieben und 15 Schäfereien vermarktet.
Juradistl-Lamm ist in der Region mittlerweile sehr bekannt und mit einem hervorragenden Image ausgestattet. Dieser Vorteil soll nun ausgenutzt werden, um die Marke „Juradistl“ – wie bereits von Anfang an geplant – um weitere Produktbereiche zu erweitern.
Geplant sind Markenerweiterungen in den Produktbereichen
- Juradistl-Weiderind, und
- Juradistl-Streuobstapfelsaft.

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