Naturschutzmarke



Ein wesentliches Element im Aufbau des Biotopverbundes ist die Entwicklung der regionalen Naturschutzmarke „Juradistl“. Der Grundgedanke dabei ist ein nutzungsorientierter Ansatz in der Naturschutzarbeit. Da der Biotopverbund – mit der dazugehörigen reichen Artenausstattung – in hohem Maße von extensiven Bewirtschaftungsformen abhängen, sollten die dabei erzeugten Produkte mit Aufpreis und besonderem Image am Markt positioniert werden. Gestartet wurde im Jahr 2004 mit der Vermarktung von Lammfleisch unter dem Namen Juradistl-Lamm. Im September 2011 startete die Vermarktung von Weiderindern, die extensiv und naturschutzfachlichen Anforderungen entsprechend gehalten werden.

 

Dabei gibt es gute Gründe, warum Produkte aus der Region, die sehr naturverträglich erzeugt werden, an der Ladentheke etwas teurer sein müssen.









 

    1. Das Lamm und das Weiderind werden unter einem höheren Aufwand an Produktionskosten erzeugt. Durch die naturschutzfachlichen Anforderungen fällt der Ertrag auf den Flächen deutlich geringer aus. Die Trockenrasen, auf denen die Schafe gehütet werden sind sehr nährstoffarm und auf Düngung und Pflanzenschutz wird verzichtet. Ebenso werden die Weiderinder (ausschließlich Ochsen und Färsen) deutlich länger gehalten als in der sonst üblichen Rindfleischerzeugung (Bullenmast). Auf der Weide wachsen sie langsamer und die Futtermengen auf den naturschutzfachlich relevanten Flächen sind deutlich geringer. Die Fleischqualität ist jedoch ganz hervorragend.
    2. Aufgrund der kleinteiligen Landschaft und der viel kleineren Betriebsgrößen sind die Produktionssysteme im Oberpfälzer Jura deutlich aufwändiger als in den üblichen Weltmarkt orientierten Erzeugungsvarianten. Weil Transport und Intensivmast deutlich  kostengünstiger sind, bekommt man Neuseelandlamm und normales Rindfleisch billiger als unsere heimische, extensiv erzeugte Ware.
    3. Dafür aber werden Juradistl-Lämmer- und Juradistl-Weiderinder besonders artgerecht und natürlich auf der Weide gehalten. Ochsen und Färsen wachsen zwar langsamer, die feine Marmorierung des Fleisches, also die feinste Fettverteilung im Fleisch, macht dieses jedoch besonders zart und wohlschmeckend. Ein besonderes und regionales Qualitätsprodukt, das nicht teuer sondern Preis wert ist!

     

     

    Juradistl-Lamm ist mittlerweile zu einem  "Botschafter" für den Naturschutz und den Wert traditioneller bayerischer Produktionsweisen in der Hüte- und Wanderschäferei und zu einer geschätzten kulinarischen Spezialität der Oberpfalz geworden. Bisher wurden über 12.000 Lämmer über etwa 60 Marktpartner aus Gastronomie und Metzgereien vermarktet. 8 Schlacht- und Zerlegebetriebe sowie 16 Schäfereien beteiligen sich am System. Juradistl-Weiderind ist der nächste konsequente Schritt in diese Richtung und über die naturschutzfachlichen Belange hinaus auch eine Alternative für eine bäuerliche Oberpfalz.

     

    Inzwischen ist die Marke „Juradistl“ – wie bereits von Anfang an geplant – um einen weiteren Produktbereich gewachsen:

    • Juradistl-Apfelschorle aus Streuobstbeständen im Projektgebiet.

    Weitere Produktbereiche, die dafür in Frage kommen könnten, wären beispielsweise

    • Juradistl-Getreideprodukte aus extensivem Anbau zum Erhalt der selten gewordenen Ackerwildkräuter (z. B. Mehl, Brot)
    • Juradistl-Honig.