Juradistl-Streuobst aus heimischen Obstgärten


Obstkultur ist Lebensvielfalt

Unzählige Insekten und sonstige Klein- und Kleinstlebewesen leben auf unseren Obstbäumen. Zahlreiche Vögel ernähren sich von ihnen und finden Schutz im dichten Blätterdach. Häufig finden wir bunte Blumenwiesen unter den Baumkronen der verstreut in der Landschaft stehenden Obstbäume. Streuobst – so nennen wir diesen Lebensraum - verkörpert ein Natur- und Kulturgut, das schon über Jahrhunderte ein herausragendes Element unserer Landschaft ist. Es gab früher kaum ein Dorf, das nicht einen Streuobstgürtel besaß, um nach der Obsternte im Herbst einen Vitaminspeicher für den Winter anzulegen. Es ist dieser Arten- und Kulturreichtum, der das Streuobst zu einem bedeutenden Bestandteil in der Arbeit des größten Oberpfälzer Naturschutzprojektes Juradistl werden lässt.

 




Streuobstwiese

Naturschutz ist Kulturschutz

Der Artenreichtum unserer Heimat ist unabdingbar an traditionelle, so genannte extensive Landnutzungsformen gebunden. Das heißt, dass der Erhalt traditioneller Obstwiesen nur möglich ist, wenn ihre Bewirtschaftung auch einen ökonomischen Nutzen bringt. Gerade der Wertverlust von Streuobst hat jedoch in der Vergangenheit zur Rodung von weit mehr als der Hälfte aller bayerischen Streuobstbestände geführt. Juradistl versucht in Partnerschaft mit der Privatkelterei Nagler und der Neumarkter Lammsbräu dem Obst aus den regionalen Sammlungen wieder einen höheren Stellenwert zu verschaffen. Das Projekt arbeitet am Aufbau regionaler Sammelstellen in den vier Landkreisen. Die Kelterei Nagler bezahlt einen fairen Preis für das gelieferte Obst und stellt neue Produkte unter der Naturschutzmarke Juradistl her. So gehen Natur und Kultur Hand in Hand.

 






Großer Fuchs
Aurorafalter
Blutströpchen
(von oben nach unten)

Streuobst und Artenvielfalt

Streuobstwiesen sind naturnahe Kulturlandschaften mit extensiven Wirtschaftsweisen, die eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen beherbergen. In großen Streuobstwiesen können zwischen 2.000 und 5.000 verschiedene Tierarten vorkommen, da hier zwei vollkommen unterschiedliche Lebensräume vorhanden sind: zum einen die Kronenschicht der Obstbäume, zum anderen die aus Gräsern, Kräutern und teilweise niederen Stauden bestehende Krautschicht unterhalb der Bäume.

Diese Lebensräume werden von vielen mitteleuropäischen Vogelarten genutzt, da vorhandene Baumhöhlen bzw. der Totholzreichtum ideale Brutstätten für den Nachwuchs bilden und gleichzeitig die zahlreich vorkommenden Tierarten, v. a. Insekten, Spinnentiere und Tausendfüßler, eine reichhaltige Nahrungsgrundlage bieten. Dazu zählen Vogelarten wie der Specht, der Gartenrotschwanz, der Ortolan, der Stieglitz, der Neuntöter, der Feldsperling usw. Das Vorkommen von Steinkauz und Wendehals zeugen dabei von einem ökologisch hochwertigen Lebensraum.

Aber auch andere Tierarten wie Säugetiere (Fledermäuse, Síebenschläfer, Mauswiesel, aber auch Igel und Feldhase etc.) profitieren von den günstigen Lebensbedingungen oder nutzen wie verschiedene Amphibien- (Frösche, Kröten) und Reptilienarten (Blindschleiche, Eidechsen) die Streuobstwiesen als wertvolle Sommer- und Überwinterungshabitate.

Nicht zuletzt sorgen Honigbienen und andere zahlreiche Wildbienen und Hummeln für die Bestäubung der Obstbäume. Bunte Falter wie der Admiral sowie zahlreiche weitere Schmetterlinge ernähren sich vom Fallobst.